Weintek iE HMI auf cMT X aktualisieren: Projekt, Auflösung und Anschlüsse prüfen

Ein Weintek-iE-HMI-Projekt lässt sich in EasyBuilder Pro auf cMT X migrieren, doch die Modellauswahl allein beendet den Austausch nicht. Das Panel muss mechanisch passen, seine Ports die bestehenden Anschlüsse unterstützen und das konvertierte Projekt an der Maschine richtig arbeiten.

Inhaltsverzeichnis

Mit der vollständigen Artikelnummer des alten HMI beginnen. „Ein 7-Zoll-Weintek“ genügt nicht: Auflösung, serielle Schnittstellen, Pinbelegung und Einbaumaße können innerhalb einer Größenklasse verschieden sein.

Vor Bestellung drei Dinge klären: ein verwendbares Projekt ist vorhanden, die neue Hardware passt zur Anlage und für Tests der konvertierten Anwendung ist Zeit eingeplant.

Vor Änderungen eine funktionierende Originalversion sichern

Das bearbeitbare EasyBuilder-Pro-Projekt finden und die ursprüngliche Softwareversion notieren. Prüfen, ob es wirklich zur Maschine gehört: ein vertrauter Startbildschirm reicht nicht. Typischen Alarm, neue Einstellung oder Geräteadresse mit der laufenden Anwendung vergleichen.

Eine unveränderte Kopie sichern. Für die Inbetriebnahme zusätzlich dokumentieren:

  • HMI-Netzwerkeinstellungen und PLC-Zieladressen.
  • Serielle Einstellungen und Fotos der Kabelanschlüsse.
  • Aktuelle Rezepte und produktionsrelevante gespeicherte Einstellungen.
  • Benötigte Verlaufsdaten und deren Exportmethode.
  • Zugangsdaten für berechtigtes Wartungspersonal.

Projektdateien und Produktionsdaten getrennt sichern. Ein Bildschirmprojekt beweist nicht, dass aktuelle Rezeptwerte oder Historien gespeichert wurden.

WeintekUSA empfiehlt, das Originalprojekt mit seiner bisherigen EasyBuilder-Pro-Version zu komprimieren und in der neueren Version vor der Migration zu entpacken. So ist der Ausgangspunkt eindeutig. WeintekUSA-Anleitung zur Projektmigration

Projekt konvertieren und Migrationsbericht prüfen

In EasyBuilder Pro unter System Parameter Settings das genaue Zielmodell wählen. Die Migration wandelt das iE-Projekt .emtp in ein cMT-Projekt .cmtp um.

Migrationsbericht lesen. Kompilierungsfehler beheben, Warnungen einzeln untersuchen. Betroffene Funktionen samt geplantem Test dokumentieren. WeintekUSA fordert sowohl Warnungsbehebung als auch Anwendungstests. 

Erfolgreiches Kompilieren ist erst der Beginn der Tests. Es beweist weder alle Schaltflächenaktionen noch die Erreichbarkeit einer Wartungsansicht.

Überlappende Bedienelemente prüfen

Weintek dokumentiert einen Unterschied: Bei cMT/cMT X lässt sich von überlappenden Objekten nur das oberste auslösen. Alte gestapelte Steuerelemente prüfen; ein Combo Button kann die gewünschte Aktionsfolge ermöglichen. Weintek-Upgradeleitfaden, Übersicht und „Overlapping Objects“

Ein Bedienelement kann beispielsweise einen Wert schreiben und ein Fenster öffnen. Beide Ergebnisse prüfen: das neue Fenster beweist nicht den Empfang des Werts durch die PLC.

Ebenso Login, Pop-ups, Rezeptwahl und Alarmquittierung gezielt testen. Fehler bleiben sonst unbemerkt, obwohl die Hauptseite normal aussieht.

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Gleicher Schalttafelausschnitt, andere Auflösung

Weintek empfiehlt cMT2058XH als Alternative zum MT8051iE. Das zeigt, warum mechanische Passform und Bildschirmgestaltung getrennt geprüft werden müssen. Von Weintek empfohlene Alternativen

SpezifikationMT8051iEcMT2058XH
Displaygröße4,3 Zoll4,3 Zoll
Auflösung480 × 272800 × 480
Schalttafelausschnitt119 × 93 mm119 × 93 mm
Außenmaße B × H × T128 × 102 × 32 mm128 × 102 × 32 mm
EthernetEin 10/100-PortLAN 1: 10/100/1000; LAN 2: 10/100

Bei diesen beiden Modellen stimmen veröffentlichte Ausschnitt- und Außenmaße überein, die Pixelauflösung aber nicht.

Nach Konvertierung jedes Bedienfenster in Zielauflösung prüfen: Schaltflächentexte, lange Zahlen, Alarmzeilen, Tastaturposition und Rand-Pop-ups. Alle an der Maschine verwendeten Sprachen testen.

Kleine Steuerelemente physisch berühren und testen. Was auf großem Entwicklungsmonitor gut aussieht, ist auf 4,3 Zoll eventuell schwer zu bedienen.

Beim ersten Konvertieren nicht die gesamte Oberfläche neu gestalten. Erst eine funktionierende migrierte Version herstellen, dann gezielt verbessern. So lässt sich Konvertierungsfehler von späterer Änderung unterscheiden.

Freiraum hinter der Schaltschranktür prüfen

Gleicher Ausschnitt garantiert noch keine Montage. Raum bei eingesteckten Steckern und geschlossener Tür messen.

Auf Kabelbögen an Nachbarteilen, blockierte Klemmen und schwer erreichbare Anschlüsse achten. Türstärke, Dichtung, Versorgung und Umweltschutz des Zielmodells gegen den Schrank prüfen.

Zeichnungen der tatsächlich bestellten vollständigen Modellnummer nutzen. Das Beispiel beweist keine allgemeine iE/cMT-X-Kompatibilität.

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Jede Verbindung vom Projekt zum Kabel nachverfolgen

Vor Ausbau des alten Panels Verbindungsliste erstellen. Für jedes Gerät EasyBuilder-Pro-Treiber, physische Schnittstelle und Kabelziel notieren.

VerbindungZu vergleichenBenötigter Nachweis vor Montage
RS-232COM-Zuordnung, Steckergeschlecht, Tx/Rx/GND und nötige Handshake-SignalePinbelegung beider HMIs und Anschlussplan des Geräts
RS-485Zwei- oder Vierdrahtbetrieb, Signalpins, Polarität, Stationsnummer und serielle ParameterBestehende Verdrahtung mit neuem Modell abgleichen
EthernetPLC-Adresse, Subnetz, gewählte HMI-Schnittstelle und gewünschte NetztrennungDokumentierter Adressplan
USB-GeräteHost-/Client-Rolle und Unterstützung des angeschlossenen GerätsZielmodellspezifikationen und Anwendungsanforderungen
GleichspannungsversorgungSpannungsbereich, Stromkapazität, Polarität und KlemmenbelegungInstallationsunterlagen und Versorgungsmessungen

Ein passender Stecker beweist nur die mechanische Passung, keine richtige Pinbelegung.

Beim cMT2058XH teilen COM1 und COM3 einen 9-poligen D-sub. Das Datenblatt nennt zudem USB-Host, aber keinen USB-Client-Anschluss. Das beeinflusst Kabelwiederverwendung und Engineering-Zugang. 

Bei Ethernet festhalten, welche Buchse ans PLC-Netz soll. Zwei physische Ports sind nicht automatisch austauschbar.

Ersatz-HMI am Prüftisch vom Produktionsnetz isolieren, bis seine IP bestätigt ist. Alte und neue HMI mit gleicher IP machen Verbindungstests unzuverlässig.

Produktionsdaten nach Migration prüfen

Ein Upgrade kann erfolgreich erscheinen, bis jemand die gestrigen Daten abrufen will.

Der Weintek-Leitfaden beschreibt die Umstellung von iE-Samplingdateien im Format .dtl auf das cMT/cMT-X-Format .db sowie die Synchronisation zur Bereitstellung im gewählten Speicherort. Bestehende Sammelroutinen gesondert testen. 

Kurze Messreihe erzeugen, Datei über den geplanten Produktionsweg holen und am Wartungs-PC öffnen. Zeitstempel, Werte und erwartetes Exportformat prüfen.

Auch Rezepte praktisch prüfen: bekanntes Rezept laden, Einstellungen kontrollieren und bestätigen, dass die richtige Werte kontrolliert an die PLC gelangen. Ein gefüllter Rezeptbildschirm allein reicht nicht.

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Häufig gestellte Fragen

Keine Rückkonvertierung einplanen. Laut WeintekUSA lassen sich cMT-Projekte auf diesem Weg nicht zurück in MT-Projekte umwandeln. Das unveränderte iE-Projekt aufbewahren und spätere Änderungen für einen möglichen Rückbau dokumentieren.

Vor geplantem Austausch erst die Projektwiederherstellung klären. Originalprojekt beim Maschinenbauer oder Integrator anfordern. Bei Upload vom installierten HMI zunächst Berechtigungen, Passwörter und Dekompilierungsgrenzen prüfen. Ein laufendes Panel garantiert kein bearbeitbares Projekt.

Eventuell, aber die Signale an beiden Enden vergleichen. Schnittstellenart, COM-Nummer, Stecker-/Buchsenausführung und Pinbelegung prüfen. Beim cMT2058XH teilen sich mehrere serielle Funktionen einen Anschluss; die Form allein beweist keine Kompatibilität.

Nicht automatisch. Zuerst prüfen, ob das konvertierte HMI mit vorhandenen Treibern, Adressen und Befehlsabläufen arbeitet. Bei Abweichungen HMI-Objekt, Kommunikation und Controller-Schnittstelle untersuchen, bevor die PLC-Logik geändert wird. Notwendige PLC-Änderungen getrennt dokumentieren und testen.

Nein. Sie hilft bei Layout und Navigation, beweist aber weder Einbauraum noch Kabelkompatibilität oder Funktion im realen Netz. Zur Abnahme gehören Hardwarekommunikation, kontrolliertes Schreiben, Neustart und Bedienfunktionen der konkreten Maschine.

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Ersatz in kontrollierter Reihenfolge in Betrieb nehmen

Ersten Echtbetrieb bei sicherem Maschinenzustand und verhinderter unbeabsichtigter Bewegung planen. Startmakros und automatische Schreibvorgänge vor Verbindung des neuen Projekts prüfen.

Sinnvolle Abnahmefolge:

  1. Kommunikation mit bekannten Werten bestätigen. Mehrere HMI-Anzeigen mit beobachteten PLC-Werten vergleichen, einschließlich verschiedener Datentypen.
  2. Zulässige Schreibvorgänge testen. Kontrollierten Testwert ändern und Ziel, Wert sowie Skalierung prüfen. Nicht mit Produktionsstartbefehl beginnen.
  3. Bedienabläufe durchgehen: Navigation, Login, Zahleneingabe, Alarmquittierung und Rezeptwahl.
  4. Störungen sicher simulieren. Kommunikationsverlust muss sichtbar sein; alte Werte dürfen nicht als aktuelle erscheinen.
  5. Kontrolliert neu starten, Startverhalten, erhaltene Werte und Wiederverbindung prüfen.
  6. Produktionsdatensatz abrufen und echte Datei bzw. Bericht prüfen, nicht nur Bildschirmtrend.

Altes HMI und Projekt bis zur erfolgreichen Abnahme behalten. Modell, Projektrevision, Softwareversion und endgültige Netzparameter dokumentieren.

Für eine Beschaffungsanfrage senden Sie Kwoco bisherige Modellnummer, vorgeschlagenen Ersatz, Ausschnittmaße und Liste angeschlossener Geräte. Bei geplanter Kabelwiederverwendung Fotos der rückseitigen Anschlüsse beilegen.

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